am Institut für Stadt und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin

in Kooperation mit dem Landesarchiv Berlin und dem Landesdenkmalamt Berlin

Das Programm der Internationalen Bauausstellung von 1987 in Berlin sollte wegweisend sein. Im Kontext einer Neubewertung von Lebens- und Wirtschaftsmustern in Westeuropa und den USA hatte sich der Blick auf die Städte, ihre Räume, Bauten und Nutzungsmuster gerichtet und Fragen aufgeworfen: War die Grundstücksspekulation im Begriff, die Stadt in eine „Profitopolis“ zu verwandeln? Hatte pragmatisches Wirtschaftlichkeitsdenken die Moderne in den „Bauwirtschaftsfunktionalismus“ geführt? Und wem gehörte die Stadt – und wer hatte über die Gestaltung und Nutzung ihrer Räume und Bauten zu entscheiden? „Die Fragen, die Stadterneuerung betreffen, stellen sich im Prinzip überall genauso wie in Berlin“, ließen sich die Initiatoren der IBA zitieren, „nur sind die Probleme hier in mancher Beziehung besonders massiv und besonders zugespitzt, und deshalb kann manches in Berlin unter Laborbedingungen vorweg studiert werden, was anderswo als Prinzip genauso auftaucht.“

Aufgeteilt in die Entwicklung von Alt- und Neubauquartieren – die „IBA-Alt“ und „IBA-Neu“ – wurden sechs Demonstrationsgebiete ausgewählt, zu denen im Vorweg soziale, städtebauliche und architektonische Fragestellungen ermittelt und Handlungsziele abgesteckt wurden. In der südlichen Friedrichstadt, im südlichen Tiergartenviertel, am Prager Platz, in Tegel, in der Luisenstadt und Kreuzberg SO 36 entstanden auf dieser Grundlage eine Vielzahl von Projekten, die auf der Maßstabsebene zwischen der Errichtung neuer Stadtquartiere und der subtilen Intervention im Bestand, auf der Handlungsebene zwischen Stararchitekt und Selbsthilfegruppe variierten.

„Stadtreparatur“ und „kritische Rekonstruktion“, „Labor“ und „Werkstatt“, „Prozess“ und „Behutsamkeit“ waren Methoden und Schlüsselbegriffe der IBA, die den Paradigmenwechsel in der Berliner Planungs kultur begleitet und überlebt haben. Bis zum Jubiläumsjahr 2012 werden in einem Survey die Stadträume und Bauten der IBA erforscht und dokumentiert. Fast 25 Jahre nach der IBA lässt sich ein erster Vergleich zwischen dem Gewollten und dem Gewordenen der IBA ziehen. Was ist aus den Gedanken und Gebäuden der IBA geworden, was ist noch vorhanden, was hat sich verändert und wie sollte man in Zukunft mit dem Vorhandenen umgehen? In engem Zusammenhang dazu steht auch die Frage nach dem historischen und ästhetischen Wert dieser Phase der Stadtplanung in Berlin und der daraus entstandenen Gebäude und Strukturen. Gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt Berlin werden zu diesen und anderen Fragen Untersuchungsparameter erarbeitet, mit denen die Orte in ihrer Intention, ihrer Ausprägung und ihrer Folgewirkung erfasst und bewertet werden können.

In der Forschungsinititative IBA 87 arbeiten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Technischen Universität Berlin zusammen mit Studierenden und Absolventinnen und Absolventen aus dem Institut für Stadt- und Regionalplanung und dem Masterstudiengang Denkmalpflege. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung zum 25. Jubiläum der IBA 87 im Jahr 2012 präsentiert.