Wohnbebauung am Tegeler HafenBeitrag von Tomasz Werner

• Architekten und Planer:
Charles W. Moore/John Ruble/Buzz Yudell,
Dietrich Bangert/Bernd Jansen/Stefan Scholz,
John Hejduk, Antoine Grumbach, Stanley Tigerman,
Robert A.M. Stern, Karl-Heinz Steinebach,
Paolo Portoghesi

Demonstrationsziele

Das Ziel für das Demonstrationsgebiet Tegeler Hafen war die Neuordnung des Hafenbereichs als Wohnort, nachdem der Hafen seine gewerbliche Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg verloren hatte. Seit den 1970er Jahren bestand das Hafengebiet größtenteils nur noch aus Brachflächen, Kleingärten und Parkplätzen. Tegel sollte zur Stadtgrenze nicht mehr wie eine zerklüftete Hinterhauslandschaft wirken und sich in Zukunft als geschlossener, attraktiver Stadtteil präsentieren.

Planungsgeschichte

Der Gesamtentwurf für das Demonstrationsgebiet am Tegeler Hafen stammt von den amerikanischen Architekten Charles W. Moore, John Ruble und Buzz Yudell, welche den 1. Preis im Internationalen engeren Wettbewerb der Bauausstellung Berlin GmbH in Abstimmung mit dem Senator für Bau- und Wohnungswesen 1980 gewannen.

Wohnbebauung Tegeler Hafen; Foto: Tomasz Werner

Wohnbebauung Tegeler Hafen; Foto: Tomasz Werner

Maßnahmen

Im Rahmen der Internationalen Bauaustellung ’84/’87 entstand ein Neubaugebiet mit 351 Wohnungen, welches Ende 1987 fertiggestellt wurde.

Finanzierung

Im ersten Bauabschnitt entstanden 165 Wohnungen im steuerbegünstigten 2. Förderungsweg, im zweiten Bauabschnitt 169 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau 1. Förderungsweg und im dritten Bauabschnitt 17 Eigentumswohnungen.

Ausgewählte Einzelprojekte

Wohnbebauung am Hafen

Architekten: Charles W. Moore, John Ruble & Buzz Yudell (USA)

Kurzbeschreibung: Reihenhauskomplexe mit drei bis acht Stockwerken. Zur Straße hin wurden vier Häuser mit vier Toren errichtet. Der Gesamtkomplex besitzt 165 Wohneinheiten. Die Wohnungen dieses Projekts sind im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus entstanden. Bauzeit: 1984 – 1987

Wohnbebauung Tegeler Hafen; Foto: Tomasz Werner

Wohnbebauung Tegeler Hafen; Foto: Tomasz Werner

Stadtvilla Grumbach

Architekt: Antoine Grumbach (Frankreich)

Kurzbeschreibung: Das Dachgeschoss dieser Stadtvilla besteht aus einem Zylinder, welcher auch in den darunterliegenden Stockwerken durch Aussparungen in der würfelartigen Form sichtbar bleibt. Im Gebäude befinden sich sieben Wohnungen, davon vier Maisonette-Wohnungen. Diese Villa besitzt einen zylindrischen Treppenraum im Inneren und halbrunde Wohnungsgrundrisse mit kubischen Erkern und Dachterrassen. Bauzeit: 1984 – 1987

Stadtvilla Grumbach; Foto: Tomasz Werner

Stadtvilla Grumbach; Foto: Tomasz Werner

Stadtvilla Stern

Architekt: Robert A.M. Stern (USA)

Kurzbeschreibung: Die im deutschen Wohnungsbau herrschende Uniformität sollte, laut Robert A.M. Stern, vermieden werden. Die Architektur orientiert sich an Villen aus dem 19. Jahrhundert entlang des Tegeler Sees, die als Sommerbehausungen genutzt wurden. Um eine gemeinsame Treppe sind zwei Wohnungen mit je einem Schlafzimmer und vier Wohnungen mit je zwei Schlafzimmern angeordnet. Erwähnenswerte Besonderheiten dieser Stadtvilla sind das traditionell gestaltetete Metalldach und die Tatsache, dass alle Wohnungen über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen. Bauzeit: 1984 – 1987

Stadtvilla Stern; Foto: Tomasz Werner

Stadtvilla Stern; Foto: Tomasz Werner

Stadtvilla Stanley Tigerman, Zustand Juli 2012; Foto: Gunnar Klack

Stadtvilla Stanley Tigerman, Zustand Juli 2012; Foto: Gunnar Klack